Akteure auf dem Strommarkt

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Mehr Wettbewerb, vor allem mehr funktionierender Wettbewerb bringt eine ansprechendere Angebotsvielfalt und in der Regel einen besseren Preis mit sich. Doch je größer das Angebot, desto schwieriger kann es für Verbraucherinnen und Verbraucher sein, den Durchblick zu behalten. Das gilt im Supermarkt ebenso wie auf dem Strommarkt.

Einfluss und Handeln der Akteure auf dem Strommarkt.
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Mit dem Strommarktgesetz sowie dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende gab es im Sommer 2016 einen positiven Einschnitt: Dadurch sollten der Wettbewerb von flexibler Erzeugung, flexibler Nachfrage und Speichern ermöglicht sowie Raum für neuartige Geschäftsmodelle geschaffen werden, beispielsweise Strom Communities. Doch wer ist dabei jetzt eigentlich für was zuständig und hat das altbekannte Stadtwerk bald ausgedient?“

Die Akteure in der Kurzfassung

Stromerzeuger
Wie der Name bereits erahnen lässt, sprechen wir hier über die Akteure, die Strom produzieren. Darunter finden sich große Konzerne („Die großen Vier“), viele mittelgroße Unternehmen und zahlreiche Stadtwerke. Die Stromerzeugung geschieht je nach Ausrichtung des Produzenten auf fossiler (z.B. Kohle, Erdöl, -gas) oder auf regenerativer Basis (z.B. Photovoltaik, Wind-, Wasserkraft). Gerade die Verwendung der erneuerbaren Energien hat die Erweiterung des Anbieterspektrums beeinflusst: Viele Energiegenossenschaften, die zum Beispiel Windkraftanlagen betreiben, oder gar Privatpersonen (siehe Prosumer), die über eine eigene PV-Anlage verfügen, haben sich dem Kreis der Stromerzeuger angeschlossen.

Stromversorger
Hier befinden wir uns quasi bei den Händlern des Strommarktes. Viele von ihnen fallen in die Riege der Stromerzeuger. Denn die meisten Produzenten vertreiben ihren Strom auch direkt. Doch es gibt auch Versorger, die keinen eigenen Strom herstellen. Diese kaufen den Strom etwaiger Produzenten oder an der Strombörse, um ihn dann weiterzuverkaufen. In aller Regel geben die Versorger den zur Verfügung stehenden Strom an den nächsten Akteur weiter: die Netzbetreiber.

Netzbetreiber
Dies sind die Akteure, die sicherstellen, dass der Strom am Ende auch wirklich aus den Steckdosen der Verbraucher kommt. Dazu ist das Netz in verschiedene Ebene unterteilt, vom deutschlandweiten Übertragungsnetz, das den Strom von Nord nach Süd und Ost nach West transportiert, bis hin zum Niederspannungsnetz, an das in der Regel Verbraucher angeschlossen sind. Dazu gibt es die Übertragungsnetzbetreiber (in Deutschland gibt es vier davon) und Verteilnetzbetreiber, deren deutschlandweite Anzahl etwa im vierstelligen Bereich liegt. Erstere sorgen für die Verteilung des Stroms an Letztere, die sich wiederum für die Verteilung auf regionaler und lokaler Ebene verantwortlich zeigen.

Stromabnehmer
Das letzte Glied in der Versorgungskette ist der Abnehmer des Stroms. Dabei kann noch unterschieden werden in Anschlussnehmer, den Eigentümern der Liegenschaft, und Anschlussnutzer, den eigentlichen Stromverbrauchern. Letztere können sowohl private Haushalte als auch gewerbliche (Groß-)Abnehmer aus Industrie, Handel und Gewerbe etc. sein. Für Privatpersonen gilt, dass sie zur Abnahme des Stroms einen Vertrag mit einem Stromversorger unterzeichnen müssen. Bei gewerblichen Endnutzern ist es in aller Regel nicht anders. Doch ab einer gewissen Menge, sind Großabnehmer in der Lage, ihren Strom auch direkt von der Börse zu beziehen.

Messstellenbetreiber
Natürlich muss der Stromverbrauch der Endnutzer auch kontrolliert und gemessen werden. Dafür zeigt sich der Messstellenbetreiber verantwortlich. Dieser ist neben der Ablesung auch für Einbau, Betrieb und Wartung der Stromzähler zuständig. Bei den Messstellenbetreibern unterscheidet man zwischen grundzuständigen (gMSb) und (wMSb) wettbewerblichen Messstellenbetreibern. Der gMSb ist der Netzbetreiber vor Ort, der den Messstellenbetrieb ausübt. Verbraucher haben das Recht, den Messstellenbetrieb von einem anderen Betreiber ausüben zu lassen und somit zu einem wMSb zu wechseln.

Verbraucher können Produzenten werden

Prosumer
Insbesondere die Rolle der Verbraucher auf dem Strommarkt ändert sich zusehends. Sie ist nicht mehr allein auf die Abnahme des Stroms reduziert. Vielmehr können mittlerweile auch Privatpersonen zu Stromproduzenten werden. Der Begriff Prosumer beziehungsweise Prosument gewinnt immer mehr an Bedeutung. Das bedeutet: Die Möglichkeit, den Verbrauch (Konsum) von Strom mit der eigenen Produktion des Stroms zu verbinden, nimmt zu. Zudem kann der erzeugte Strom auch gegen ein Entgelt ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. So kann jeder Verbraucher mit einer Solaranlage, den erzeugten Strom nicht nur selbst verbrauchen, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Zukünftige Akteure auf dem Markt

Der immer höher werdende Anteil von erneuerbaren Energien, die ihrerseits wetterabhängig sind, sorgen für eine größere Volatilität auf dem Strommarkt. Das heißt, der Strom ist von der Erzeugungsseite her nicht immer in der Menge vorhanden, in der er gebraucht wird. Um Versorgungsengpässen, aber auch einer Überversorgung vorzubeugen, müssen Möglichkeiten geschaffen werden, die ausgleichend wirken. Auf der Hardwareseite sind es Batterien, die für flexible Kapazitäten sorgen. Darüber hinaus gibt es neben einem notwendigen Stromgrundverbrauch auch einen flexiblen Verbrauch, der ebenfalls als flexible Kapazität genutzt werden kann. Darüber hinaus werden Akteure benötigt, die diese Flexibilitäten organisieren.

Aggregatoren
Mit der EU-Richtlinie zum Elektrizitätsbinnenmarkt sollen nun auch Aggregatoren als Vermittler in den Markt eintreten. Ihre Aufgabe ist es, Strommengen, die erzeugt oder verbraucht werden, zum Kauf, Verkauf oder zur Versteigerung auf einem Elektrizitätsmarkt zusammenzufassen. Insbesondere unabhängigen Aggregatoren, die nicht mit Stromversorgern verbunden sind, wird eine große Bedeutung für den Wettbewerb beigemessen.

Flexumer
Der Flexumer kann als Entwicklungsstufe des Prosumers betrachtet werden. Er erzeugt und verbraucht Elektrizität, verfügt aber auch über eine Batterie zur Speicherung von Strom. Aus diesen drei Komponenten entsteht eine flexible Kapazität, die der Flexumer auf dem Strommarkt anbieten kann.

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