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Weniger Geld wegen Corona? Energiekosten können ausgesetzt werden!

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Verbraucher, die aufgrund der aktuellen Krisensituation nicht mehr genug Geld zur Verfügung haben, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, können bestimmte Zahlungen für einen Zeitraum von derzeit drei Monaten aussetzen. Das gilt auch für die Kosten der Wärmeversorgung oder Energiekosten wie Mieterstrom, wenn der Vertrag vor dem 08. März 2020 geschlossen wurde. Momentan betrifft die Regelung alle Zahlungen, die bis zum 30. Juni 2020 erfolgen müssen.

Energiekosten_Leistungsverweigerungsrecht
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Verbraucher können aufgrund einer aktuellen Bestimmung des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz bei aktuellen Zahlungsengpässen, die auf der Corona-Krise beruhen von ihrem Verweigerungsrecht für Leistungen der Grundversorgung Gebrauch machen. Wichtig ist dabei, dass Sie bei Inanspruchnahme den Energieversorger anschreiben und den Zahlungsaufschub beantragen. Hierfür stellt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ein Musterschreiben zur Verfügung, das auf ihrer Internetpräsenz www.vzsh.de/musterbriefe abgerufen werden kann.

Sie müssen Ihre Situation allerdings auch gegenüber dem Versorger nachweisen. Das heißt, Sie müssen darlegen, dass Ihre Zahlungsschwierigkeiten durch die Corona-Krise zustande gekommen sind und das Zahlen der Energieversorgungskosten für Sie derzeit keinen angemessenen Lebensunterhalt mehr zulässt.

Zahlungen nur aufgeschoben, Ratenzahlungen sinnvoll!

Julia Buchweitz, Juristin in unserem Projekt „Verbraucher in der Energiewende“, gibt aber Folgendes zu bedenken: „Diese sogenannten Stundungen bedeuten nicht, dass man gar nicht mehr zahlen muss. Sie verschieben lediglich den Zahlungszeitpunkt und müssen später in voller Höhe nachgezahlt werden. Um durch den Zahlungsaufschub also nicht weitere finanzielle Probleme zu schaffen, macht es daher Sinn, die Zahlungen nicht komplett auszusetzen, sondern in Absprache mit dem Vertragspartner zu reduzieren.“

Es ist ebenfalls ratsam, dass Sie sofort einen Ratenzahlungsplan für die Rückzahlung vereinbaren, wenn absehbar ist, dass Sie die aufgeschobene Summe nicht in einem Betrag zahlen können. Sollte das Leistungsverweigerungsrecht des Verbrauchers dazu führen, dass bei der Gegenseite ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten entstehen, kann der Vertragspartner die Stundung ablehnen. Sofern es sich um größere Unternehmen handelt dürfte dies aber kaum der Fall sein.

Recht greift auch bei Kreditzahlungen

Sollten Sie aufgrund der Corona-Krise in Zahlungsschwierigkeiten für Ihren Kredit kommen, den Sie beispielweise für eine Solaranlage aufgenommen haben, so greift auch hier das Recht auf Leistungsverweigerung für wenigstens drei Monate. Die Darlehensverträge müssen dafür vor dem 15. März 2020 abgeschlossen worden sein. Natürlich sollten Sie vorher mit dem Kreditinstitut Kontakt aufnehmen, um die Ihre finanziellen Ausfälle vorzuweisen und das weitere Vorgehen gemeinsam abzusprechen. Auch für diesen Fall bietet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ein Musterschreiben an.

Natürlich können in der aktuellen Krise auch Zahlungsengpässe in anderen Bereichen entstehen: so z.B. bei der Miete, der Altersvorsorge oder ganz simpel auch bei der Telefonrechnung. Für weitere Tipps und Hilfestellungen hat die VZSH einen entsprechenden Leitfaden zum Corona-Hilfspaket auf ihrer Internetpräsenz zur Verfügung gestellt.

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